Norbert Joos - Extrembergsteiger
Norbert Joos, geboren am 6. September 1960 in Chur, zählt heute international zu den erfolgreichsten Höhenbergsteigern. Schon früh wurde er vom Licht der Berge fasziniert. Mit 12 Jahren bestieg er bereits das Matterhorn. Sechs Tage vor seinem zwanzigsten Geburtstag hatte Norbert Joos sein ehrgeiziges Ziel, die Durchsteigung der drei grossen Nordwände der Alpen, von Eiger, Matterhorn (solo) und Grandes-Jorasses (Walkerpfeiler), erreicht.
Dazu kommen viele andere bedeutende Besteigungen schwierigster Anstiege in den Alpen wie: Freney-Pfeiler und Grand-Pilier d'Angle (Bonatti-Zapelliroute solo) am Mont Blanche, Supercoulloir am Tacul, Les Courtes Nordwand, Couloir-Nord des Drus und Zentralpfeiler an der Grandes-Jorasses im Winter, erste Winterbegehung der Eigerrouten "Tor des Chaos" und Nordpfeiler (Messner-Hiebeler), Eiger-Nordwand Grosse Verschneidung etc.
Die Besteigung des Mount Mc.Kinley 6193 m in Alaska über die Cassinroute war 1981 der Auftakt zum Höhenbergsteigen. 1982 glückte Norbert Joos eine Besteigung des berüchtigten Achttausenders Nanga-Parbat 8125 m, den er zusammen mit Erhard Loretan als erster Schweizer besteigen konnte. 1984 folgte der zweite und dritte Erfolg an einem Achttausender, der 8156 m hohe Manaslu und die 8091 m hohe Annapurna I in Nepal, erneut zusammen mit seinem Partner Erhard Loretan. Der besondere Erfolg an der Annapurna I resultierte aus der ersten Begehung des langen und gefürchteten Ostgrates (bis heute nie wiederholt) mit der gleichzeitig ersten Gesamtüberschreitung der Annapurna I von Süden nach Norden. 1985 bestieg Norbert Joos mit dem legendären Marcel Rüedi als erste Schweizer den zweithöchsten Berg der Erde, den 8611 m hohen K2 im Karakorum Gebirge in Pakistan. Trotz schwerer Erfrierungen an den Füssen nach der K2-Besteigung konnte Norbert Joos nicht vom Bergsteigen abgehalten werden. 1986 war Norbert Joos erstmals in Südamerika unterwegs. Dabei gelangen ihm die Besteigungen der beiden Sechstausender Artesonraju und Yerupaja in Peru und des schwierigen Granitberges Fitz Roy über die Argetinierroute in Patagonien. Danach folgte der Aconcagua, mit 6970 m der höchste Berg in Südamerika. 1987 bestieg Norbert Joos im Alleingang den Nachbarberg des K2, den 8047 m hohen Broad-Peak.
Ein Jahr später folgte die Besteigung des Gasherbrum II 8037 m. Seit 1989 organisiert und führt Norbert Joos Trekking- und Expeditionsgruppen zu den höchsten Bergen der Welt. Im Rahmen seiner Firma "Norbert Joos Bergsport" hat er mit grossem Erfolg die Himalayagipfel Ama-Dablam 6860 m und Pumori 7128 m in Nepal, Hidden-Peak 8068 m in Pakistan und den Cho-Oyu 8201 m in Tibet bestiegen.
Bei der Besteigung seines neunten Achtausenders, dem Dhaulagiri 8172 m, entstanden unter Mitwirkung des Schweizer Fernsehens DRS folgende Sendungen:
Die sechsteilige Folge in "time out", eine Ausstrahlung in "Club" und der bekannte Dokumentarfilm "Tod am Dhaulagiri", der inzwischen in vielen
internationalen TV-Sendungen ausgestrahlt wurde. Der Shisha-Pangma 8021 m in Tibet, wurde 1996 der zehnte Achttausender-Erfolg. Seit 1996 ist Norbert
Joos auch als Big-Wall Kletterer an den Wänden von Yosemite unterwegs. Hier gelangen ihm die "Regular" an der Halfdome NW-Face,
"the Nose", "the Shield" und zuletzt "South Seas mit Pacific Ocean Wall" (siehe Mammut Sommer-Katalog 2001) an der 1000 Meter hohen Wand
des El Capitan. Im Juli 2001 bestieg Norbert Joos den schönsten Andengipfel, den 5950 m hohen Alpamayo über die Peruanerroute. Am 16. Mai 2002 bestieg
Noppa den 8484 m hohen Makalu. Mit der Besteigung des 8516 m hohen Lhotse am 15. Mai 2004 hat Noppa nun zwölf der insgesamt 14 Achttausender bestiegen.
Am 14. Mai 2006 besteigt Noppa als letzten Höhepunkt den Gipfel des Kangchenjunga.
Seit 1993 führt Norbert Joos ein Bergsportgeschäft in Chur. über seine Bergabenteuer berichtet Norbert Joos mit seinen faszinierenden Dia-Vorträgen
und entführt damit sein Publikum in die letzten Winkel des Himalaya.
Erfolgreiche 8000er Expeditionen
| Gipfeldatum | Jahr | Berg | Route |
| 10. Juni | 1982 | Nanga-Parbat 8125 m | Diamirface Kinshoferroute |
| 11. Mai | 1984 | Manaslu 8156 m | NW-Normalroute |
| 24. Oktober | 1984 | Annapurna I 8091 m | Ostgrat Nord-Süd Überschreitung |
| 19. Juni | 1985 | K2 8611 m | Abruzzisporn |
| 29. Mai | 1987 | Broad-Peak 8047 m | NW-Route im Alleingang |
| 23. Juni | 1988 | Gasherbrum II 8037 m | Normalroute |
| 7. Juni | 1993 | Hidden-Peak 8068 m | NW-Japanerroute |
| 23. Mai | 1994 | Cho-Oyu 8202 m | Tichyroute |
| 19. Mai | 1995 | Dhaulagiri 8172 m | NO-Grat |
| 1. Mai | 1996 | Shisha-Pangma 8021 m | Normalroute von Tibet |
| 16. Mai | 2002 | Makalu 8484 m | Franzosenroute NW-Seite |
| 15. Mai | 2004 | Lhotse 8516 m | West-Wand |
| 14. Mai | 2006 | Kangenjunga | Südostface - und damit der 13. Achttauersender |
Total 22 Expeditionen zu 8000er mit 13 Gipfelerfolgen Verhältnis: 59 % erfolgreich - 41 % ohne Gipfel, dafür überlebt!













